Im Meeting scheint alles besprochen. Die Aufgabe ist klar, der nächste Schritt eigentlich auch. Ein paar Tage später ist trotzdem nichts passiert. Einer wartet auf eine Freigabe. Die andere dachte, dass die Entscheidung längst bei jemand anderem liegt. Und du fragst dich als Führungskraft, warum wieder alles bei dir landet.
Vielleicht fehlt tatsächlich Verbindlichkeit. Aber bevor ich das einem Team unterstellen würde, möchte ich etwas anderes wissen: War für alle klar, wer diese Entscheidung treffen durfte?
Eine Aufgabe zu kennen und über sie entscheiden zu dürfen, sind unterschiedliche Dinge. Wenn Verantwortung erwartet wird, die nötigen Befugnisse aber unklar bleiben, kann Abwarten durchaus nachvollziehbar sein. Besonders dann, wenn Mitarbeiter schon erlebt haben, dass eigenständiges Handeln im Nachhinein doch nicht erwünscht war.
Dann hilft der Appell „Ihr müsst mehr Verantwortung übernehmen“ wenig. Es braucht einen Rahmen, in dem die Menschen verstehen, was ihr Auftrag ist, worauf ihre Arbeit hinwirken soll und wo sie selbst entscheiden können. Und eine Führung, auf deren Zusagen sie sich dabei verlassen können.
Eine Zuständigkeit beantwortet noch nicht jede Entscheidungsfrage
In meiner Arbeit ist die Klärung von Rollen und Verantwortlichkeiten deshalb ein wichtiger Ausgangspunkt. Wer hat welche Aufgabe? Wie greifen die Bereiche ineinander? Welche Informationen muss jemand beschaffen, welche weitergeben? Und wer entscheidet, wenn unterschiedliche Anforderungen aufeinandertreffen?
Eine Stellenbeschreibung oder ein Organigramm kann dabei helfen. Im Alltag zeigt sich aber, ob die Beteiligten darunter dasselbe verstehen.
Nehmen wir als Beispiel einen Kundenauftrag, dessen Termin sich nur halten lässt, wenn andere Arbeiten verschoben werden. Der Vertrieb möchte die Zusage einhalten. Die zuständige Fachabteilung hat bereits andere Aufträge eingeplant. Beide haben nachvollziehbare Ziele. Wer darf jetzt die Priorität ändern?
Wenn das nicht geklärt ist, kann jeder in seinem Bereich verantwortlich handeln und der Auftrag trotzdem stecken bleiben. Vielleicht werden E-Mails weitergeleitet oder mehrere Personen vorsorglich einbezogen. Es wird viel kommuniziert. Die Entscheidung ist damit noch nicht getroffen.
Hier fehlt nicht unbedingt Engagement. Es fehlt möglicherweise die Vereinbarung, wer die unterschiedlichen Anforderungen abwägt und mit welcher Befugnis diese Person handeln darf.
Manchmal sind die Zuständigkeiten auf dem Papier sogar eindeutig. Trotzdem bekommt jemand widersprüchliche Vorgaben von zwei Führungskräften. Dann braucht es eine Klärung zwischen diesen Führungskräften. Der Mitarbeiter kann diesen Widerspruch nicht allein durch mehr Eigeninitiative auflösen.
Menschen brauchen auch eine Richtung
Zu wissen, was zu einer Stelle gehört, reicht für viele Entscheidungen nicht aus. Mitarbeiter müssen auch verstehen, welchem Ziel ihre Arbeit dient und was im Zweifel Vorrang hat.
Soll im Beispiel vor allem der zugesagte Termin gehalten werden? Welche Qualitätsanforderungen sind verbindlich? Welche Auswirkungen auf andere Aufträge sind vertretbar? Ohne diese Orientierung bleibt selbst ein vorhandener Spielraum schwer nutzbar.
Für mich gehört es zur Führung, diesen Zusammenhang verständlich zu machen. Du koordinierst, wie die Aufgaben zusammenwirken, und unterstützt die Mitarbeiter dabei, ihren Beitrag einzuordnen. Du bleibst ansprechbar, ohne jede Entscheidung wieder an dich zu ziehen.
Das bedeutet nicht, jede Einzelheit vorab festzulegen. Ein tragfähiger Rahmen beschreibt auch, wann eine Rücksprache nötig ist. Wenn ein vereinbartes Budget überschritten würde oder eine Entscheidung andere Bereiche wesentlich betrifft, kann das ein guter Grund sein, sie gemeinsam einzuordnen.
Ebenso wichtig sind die tatsächlichen Möglichkeiten. Wer entscheiden soll, braucht die passenden Informationen und die erforderliche fachliche Befähigung. Auch Zeit und verfügbare Ressourcen spielen eine Rolle. Eine klare Zuständigkeit allein macht eine überlastete Person noch nicht handlungsfähig.
Was eine unklare Rolle mit der Zusammenarbeit machen kann
Wenn Mitarbeiter nicht wissen, woran sie gemessen werden oder ob ihre Befugnisse morgen noch gelten, kann das Unsicherheit erzeugen. Manche fragen lieber mehrfach nach. Andere schieben eine Entscheidung auf oder geben sie weiter. Wieder andere reagieren gereizt, wenn ihnen später vorgehalten wird, sie hätten nichts unternommen.
Hier möchte ich zunächst verstehen, in welchem Rahmen diese Menschen handeln sollen und was sie dort tatsächlich erleben.
Wer für ein Ergebnis verantwortlich gemacht wird, ohne die entscheidenden Voraussetzungen beeinflussen zu können, hat ein reales Problem. Das wird nicht dadurch gelöst, dass er gelassener mit seiner Rolle umgeht.
Umgekehrt erklärt ein unklarer Rahmen nicht jedes Versäumnis. Wenn Auftrag und Befugnisse geklärt sind, bleibt die Frage, ob jemand die Verantwortung tatsächlich wahrnimmt. Das lässt sich aber wesentlich fairer besprechen, wenn vorher klar war, was vereinbart ist.
Der Spielraum muss auch nach der Entscheidung gelten
Ob die Rollenklärung trägt, zeigt sich nicht nur im nächsten Gespräch über Zuständigkeiten. Es zeigt sich, wenn jemand innerhalb dieses Rahmens entscheidet.
Vielleicht hätte die Führungskraft einen anderen Weg gewählt. Die Entscheidung ist trotzdem fachlich vertretbar und hält die vereinbarten Grenzen ein. Kann sie dann bestehen bleiben?
Wenn du sie allein deshalb zurücknimmst, weil sie nicht deiner bevorzugten Lösung entspricht, wird dein Mitarbeiter beim nächsten Mal möglicherweise wieder fragen. Auf dem Papier darf er entscheiden. Im Alltag muss er offenbar doch herausfinden, welche Entscheidung du selbst getroffen hättest.
Das heißt nicht, dass du jedes Ergebnis gutheißen oder einen erkennbaren Fehler stehen lassen musst. Du kannst nachfragen, wie jemand abgewogen hat. Vielleicht fehlte eine wichtige Information. Vielleicht wurde eine Grenze überschritten. Vielleicht ist der Weg aber einfach anders, als du ihn gewählt hättest.
Diese Unterschiede zu erkennen gehört zur Führungsaufgabe. Wenn etwas korrigiert werden muss, braucht es einen nachvollziehbaren Grund. Falls sich die Rahmenbedingungen geändert haben, sollte auch das ausgesprochen werden. Sonst sieht eine notwendige neue Entscheidung für den Mitarbeiter womöglich wie eine nachträglich entzogene Befugnis aus.
Sicherheit entsteht auch durch deinen Umgang mit Unsicherheit
Hier kommt für mich die Selbstführung der Führungskraft ins Spiel. Was passiert in dir, wenn jemand deine Vorgabe hinterfragt, eine Schwierigkeit meldet oder anders entscheidet als erwartet?
Vielleicht möchtest du sofort eingreifen. Vielleicht ärgert dich die Rückfrage, weil du selbst unter Druck stehst. Wenn du das bei dir wahrnehmen kannst, wird eher möglich, die Situation genauer zu betrachten, bevor du reagierst.
Du musst dafür nicht immer ruhig sein oder auf jede Frage schon eine Antwort haben. Entscheidend ist auch, wie du mit deinem Druck umgehst und ob du Verantwortung für deine Reaktion übernimmst. Ein scharfer Ton lässt sich ansprechen und korrigieren. Eine ungeklärte Zuständigkeit lässt sich gemeinsam prüfen, statt sofort nach einem Schuldigen zu suchen.
Zur psychologischen Sicherheit im Team gehört, dass Menschen Fragen, Bedenken oder Fehler ansprechen können, ohne dafür beschämt oder abgewertet zu werden. Das ist mehr als das persönliche Sicherheitsgefühl einer Führungskraft. Es betrifft die Erfahrung, die Mitarbeiter miteinander und mit ihrer Führung machen.
Diese Offenheit hebt Anforderungen nicht auf. Über ein Versäumnis lässt sich klar sprechen und zugleich ernst nehmen, wenn jemand frühzeitig auf eine Schwierigkeit hinweist. Gerade diese Information kann nötig sein, damit überhaupt noch sinnvoll entschieden werden kann.
Beim nächsten stockenden Auftrag könnte dein erster Blick deshalb der offenen Entscheidung gelten: Wer hat den Auftrag, sie zu treffen? Was fehlt dieser Person noch? Vielleicht braucht es deine Entscheidung, weil mehrere Bereiche betroffen sind. Vielleicht reicht eine Information, und die zuständige Person kann selbst weiterarbeiten.
Wenn das geklärt ist, weiß das Team nicht nur, dass es Verantwortung übernehmen soll. Die Beteiligten wissen, was sie selbst entscheiden können, wann sie andere brauchen und worauf sie gemeinsam hinarbeiten. An der nächsten tatsächlichen Entscheidung zeigt sich dann, ob dieser Rahmen auch hält.
Im Meeting scheint alles besprochen. Die Aufgabe ist klar, der nächste Schritt eigentlich auch. Ein paar Tage später ist trotzdem nichts passiert. Einer wartet auf eine Freigabe. Die andere dachte, dass die Entscheidung längst bei jemand anderem liegt. Und du fragst dich als Führungskraft, warum wieder alles bei dir landet.
Vielleicht fehlt tatsächlich Verbindlichkeit. Aber bevor ich das einem Team unterstellen würde, möchte ich etwas anderes wissen: War für alle klar, wer diese Entscheidung treffen durfte?
Eine Aufgabe zu kennen und über sie entscheiden zu dürfen, sind unterschiedliche Dinge. Wenn Verantwortung erwartet wird, die nötigen Befugnisse aber unklar bleiben, kann Abwarten durchaus nachvollziehbar sein. Besonders dann, wenn Mitarbeiter schon erlebt haben, dass eigenständiges Handeln im Nachhinein doch nicht erwünscht war.
Dann hilft der Appell „Ihr müsst mehr Verantwortung übernehmen“ wenig. Es braucht einen Rahmen, in dem die Menschen verstehen, was ihr Auftrag ist, worauf ihre Arbeit hinwirken soll und wo sie selbst entscheiden können. Und eine Führung, auf deren Zusagen sie sich dabei verlassen können.
Eine Zuständigkeit beantwortet noch nicht jede Entscheidungsfrage
In meiner Arbeit ist die Klärung von Rollen und Verantwortlichkeiten deshalb ein wichtiger Ausgangspunkt. Wer hat welche Aufgabe? Wie greifen die Bereiche ineinander? Welche Informationen muss jemand beschaffen, welche weitergeben? Und wer entscheidet, wenn unterschiedliche Anforderungen aufeinandertreffen?
Eine Stellenbeschreibung oder ein Organigramm kann dabei helfen. Im Alltag zeigt sich aber, ob die Beteiligten darunter dasselbe verstehen.
Nehmen wir als Beispiel einen Kundenauftrag, dessen Termin sich nur halten lässt, wenn andere Arbeiten verschoben werden. Der Vertrieb möchte die Zusage einhalten. Die zuständige Fachabteilung hat bereits andere Aufträge eingeplant. Beide haben nachvollziehbare Ziele. Wer darf jetzt die Priorität ändern?
Wenn das nicht geklärt ist, kann jeder in seinem Bereich verantwortlich handeln und der Auftrag trotzdem stecken bleiben. Vielleicht werden E-Mails weitergeleitet oder mehrere Personen vorsorglich einbezogen. Es wird viel kommuniziert. Die Entscheidung ist damit noch nicht getroffen.
Hier fehlt nicht unbedingt Engagement. Es fehlt möglicherweise die Vereinbarung, wer die unterschiedlichen Anforderungen abwägt und mit welcher Befugnis diese Person handeln darf.
Manchmal sind die Zuständigkeiten auf dem Papier sogar eindeutig. Trotzdem bekommt jemand widersprüchliche Vorgaben von zwei Führungskräften. Dann braucht es eine Klärung zwischen diesen Führungskräften. Der Mitarbeiter kann diesen Widerspruch nicht allein durch mehr Eigeninitiative auflösen.
Menschen brauchen auch eine Richtung
Zu wissen, was zu einer Stelle gehört, reicht für viele Entscheidungen nicht aus. Mitarbeiter müssen auch verstehen, welchem Ziel ihre Arbeit dient und was im Zweifel Vorrang hat.
Soll im Beispiel vor allem der zugesagte Termin gehalten werden? Welche Qualitätsanforderungen sind verbindlich? Welche Auswirkungen auf andere Aufträge sind vertretbar? Ohne diese Orientierung bleibt selbst ein vorhandener Spielraum schwer nutzbar.
Für mich gehört es zur Führung, diesen Zusammenhang verständlich zu machen. Du koordinierst, wie die Aufgaben zusammenwirken, und unterstützt die Mitarbeiter dabei, ihren Beitrag einzuordnen. Du bleibst ansprechbar, ohne jede Entscheidung wieder an dich zu ziehen.
Das bedeutet nicht, jede Einzelheit vorab festzulegen. Ein tragfähiger Rahmen beschreibt auch, wann eine Rücksprache nötig ist. Wenn ein vereinbartes Budget überschritten würde oder eine Entscheidung andere Bereiche wesentlich betrifft, kann das ein guter Grund sein, sie gemeinsam einzuordnen.
Ebenso wichtig sind die tatsächlichen Möglichkeiten. Wer entscheiden soll, braucht die passenden Informationen und die erforderliche fachliche Befähigung. Auch Zeit und verfügbare Ressourcen spielen eine Rolle. Eine klare Zuständigkeit allein macht eine überlastete Person noch nicht handlungsfähig.
Was eine unklare Rolle mit der Zusammenarbeit machen kann
Wenn Mitarbeiter nicht wissen, woran sie gemessen werden oder ob ihre Befugnisse morgen noch gelten, kann das Unsicherheit erzeugen. Manche fragen lieber mehrfach nach. Andere schieben eine Entscheidung auf oder geben sie weiter. Wieder andere reagieren gereizt, wenn ihnen später vorgehalten wird, sie hätten nichts unternommen.
Hier möchte ich zunächst verstehen, in welchem Rahmen diese Menschen handeln sollen und was sie dort tatsächlich erleben.
Wer für ein Ergebnis verantwortlich gemacht wird, ohne die entscheidenden Voraussetzungen beeinflussen zu können, hat ein reales Problem. Das wird nicht dadurch gelöst, dass er gelassener mit seiner Rolle umgeht.
Umgekehrt erklärt ein unklarer Rahmen nicht jedes Versäumnis. Wenn Auftrag und Befugnisse geklärt sind, bleibt die Frage, ob jemand die Verantwortung tatsächlich wahrnimmt. Das lässt sich aber wesentlich fairer besprechen, wenn vorher klar war, was vereinbart ist.
Der Spielraum muss auch nach der Entscheidung gelten
Ob die Rollenklärung trägt, zeigt sich nicht nur im nächsten Gespräch über Zuständigkeiten. Es zeigt sich, wenn jemand innerhalb dieses Rahmens entscheidet.
Vielleicht hätte die Führungskraft einen anderen Weg gewählt. Die Entscheidung ist trotzdem fachlich vertretbar und hält die vereinbarten Grenzen ein. Kann sie dann bestehen bleiben?
Wenn du sie allein deshalb zurücknimmst, weil sie nicht deiner bevorzugten Lösung entspricht, wird dein Mitarbeiter beim nächsten Mal möglicherweise wieder fragen. Auf dem Papier darf er entscheiden. Im Alltag muss er offenbar doch herausfinden, welche Entscheidung du selbst getroffen hättest.
Das heißt nicht, dass du jedes Ergebnis gutheißen oder einen erkennbaren Fehler stehen lassen musst. Du kannst nachfragen, wie jemand abgewogen hat. Vielleicht fehlte eine wichtige Information. Vielleicht wurde eine Grenze überschritten. Vielleicht ist der Weg aber einfach anders, als du ihn gewählt hättest.
Diese Unterschiede zu erkennen gehört zur Führungsaufgabe. Wenn etwas korrigiert werden muss, braucht es einen nachvollziehbaren Grund. Falls sich die Rahmenbedingungen geändert haben, sollte auch das ausgesprochen werden. Sonst sieht eine notwendige neue Entscheidung für den Mitarbeiter womöglich wie eine nachträglich entzogene Befugnis aus.
Sicherheit entsteht auch durch deinen Umgang mit Unsicherheit
Hier kommt für mich die Selbstführung der Führungskraft ins Spiel. Was passiert in dir, wenn jemand deine Vorgabe hinterfragt, eine Schwierigkeit meldet oder anders entscheidet als erwartet?
Vielleicht möchtest du sofort eingreifen. Vielleicht ärgert dich die Rückfrage, weil du selbst unter Druck stehst. Wenn du das bei dir wahrnehmen kannst, wird eher möglich, die Situation genauer zu betrachten, bevor du reagierst.
Du musst dafür nicht immer ruhig sein oder auf jede Frage schon eine Antwort haben. Entscheidend ist auch, wie du mit deinem Druck umgehst und ob du Verantwortung für deine Reaktion übernimmst. Ein scharfer Ton lässt sich ansprechen und korrigieren. Eine ungeklärte Zuständigkeit lässt sich gemeinsam prüfen, statt sofort nach einem Schuldigen zu suchen.
Zur psychologischen Sicherheit im Team gehört, dass Menschen Fragen, Bedenken oder Fehler ansprechen können, ohne dafür beschämt oder abgewertet zu werden. Das ist mehr als das persönliche Sicherheitsgefühl einer Führungskraft. Es betrifft die Erfahrung, die Mitarbeiter miteinander und mit ihrer Führung machen.
Diese Offenheit hebt Anforderungen nicht auf. Über ein Versäumnis lässt sich klar sprechen und zugleich ernst nehmen, wenn jemand frühzeitig auf eine Schwierigkeit hinweist. Gerade diese Information kann nötig sein, damit überhaupt noch sinnvoll entschieden werden kann.
Beim nächsten stockenden Auftrag könnte dein erster Blick deshalb der offenen Entscheidung gelten: Wer hat den Auftrag, sie zu treffen? Was fehlt dieser Person noch? Vielleicht braucht es deine Entscheidung, weil mehrere Bereiche betroffen sind. Vielleicht reicht eine Information, und die zuständige Person kann selbst weiterarbeiten.
Wenn das geklärt ist, weiß das Team nicht nur, dass es Verantwortung übernehmen soll. Die Beteiligten wissen, was sie selbst entscheiden können, wann sie andere brauchen und worauf sie gemeinsam hinarbeiten. An der nächsten tatsächlichen Entscheidung zeigt sich dann, ob dieser Rahmen auch hält.
Über den Autor

Im Meeting scheint alles besprochen. Die Aufgabe ist klar, der nächste Schritt eigentlich auch. Ein paar Tage später ist trotzdem nichts passiert. Einer wartet auf eine Freigabe. Die andere dachte, dass die Entscheidung längst bei jemand anderem liegt. Und du fragst dich als Führungskraft, warum wieder alles bei dir landet.
Vielleicht fehlt tatsächlich Verbindlichkeit. Aber bevor ich das einem Team unterstellen würde, möchte ich etwas anderes wissen: War für alle klar, wer diese Entscheidung treffen durfte?
Eine Aufgabe zu kennen und über sie entscheiden zu dürfen, sind unterschiedliche Dinge. Wenn Verantwortung erwartet wird, die nötigen Befugnisse aber unklar bleiben, kann Abwarten durchaus nachvollziehbar sein. Besonders dann, wenn Mitarbeiter schon erlebt haben, dass eigenständiges Handeln im Nachhinein doch nicht erwünscht war.
Dann hilft der Appell „Ihr müsst mehr Verantwortung übernehmen“ wenig. Es braucht einen Rahmen, in dem die Menschen verstehen, was ihr Auftrag ist, worauf ihre Arbeit hinwirken soll und wo sie selbst entscheiden können. Und eine Führung, auf deren Zusagen sie sich dabei verlassen können.
Eine Zuständigkeit beantwortet noch nicht jede Entscheidungsfrage
In meiner Arbeit ist die Klärung von Rollen und Verantwortlichkeiten deshalb ein wichtiger Ausgangspunkt. Wer hat welche Aufgabe? Wie greifen die Bereiche ineinander? Welche Informationen muss jemand beschaffen, welche weitergeben? Und wer entscheidet, wenn unterschiedliche Anforderungen aufeinandertreffen?
Eine Stellenbeschreibung oder ein Organigramm kann dabei helfen. Im Alltag zeigt sich aber, ob die Beteiligten darunter dasselbe verstehen.
Nehmen wir als Beispiel einen Kundenauftrag, dessen Termin sich nur halten lässt, wenn andere Arbeiten verschoben werden. Der Vertrieb möchte die Zusage einhalten. Die zuständige Fachabteilung hat bereits andere Aufträge eingeplant. Beide haben nachvollziehbare Ziele. Wer darf jetzt die Priorität ändern?
Wenn das nicht geklärt ist, kann jeder in seinem Bereich verantwortlich handeln und der Auftrag trotzdem stecken bleiben. Vielleicht werden E-Mails weitergeleitet oder mehrere Personen vorsorglich einbezogen. Es wird viel kommuniziert. Die Entscheidung ist damit noch nicht getroffen.
Hier fehlt nicht unbedingt Engagement. Es fehlt möglicherweise die Vereinbarung, wer die unterschiedlichen Anforderungen abwägt und mit welcher Befugnis diese Person handeln darf.
Manchmal sind die Zuständigkeiten auf dem Papier sogar eindeutig. Trotzdem bekommt jemand widersprüchliche Vorgaben von zwei Führungskräften. Dann braucht es eine Klärung zwischen diesen Führungskräften. Der Mitarbeiter kann diesen Widerspruch nicht allein durch mehr Eigeninitiative auflösen.
Menschen brauchen auch eine Richtung
Zu wissen, was zu einer Stelle gehört, reicht für viele Entscheidungen nicht aus. Mitarbeiter müssen auch verstehen, welchem Ziel ihre Arbeit dient und was im Zweifel Vorrang hat.
Soll im Beispiel vor allem der zugesagte Termin gehalten werden? Welche Qualitätsanforderungen sind verbindlich? Welche Auswirkungen auf andere Aufträge sind vertretbar? Ohne diese Orientierung bleibt selbst ein vorhandener Spielraum schwer nutzbar.
Für mich gehört es zur Führung, diesen Zusammenhang verständlich zu machen. Du koordinierst, wie die Aufgaben zusammenwirken, und unterstützt die Mitarbeiter dabei, ihren Beitrag einzuordnen. Du bleibst ansprechbar, ohne jede Entscheidung wieder an dich zu ziehen.
Das bedeutet nicht, jede Einzelheit vorab festzulegen. Ein tragfähiger Rahmen beschreibt auch, wann eine Rücksprache nötig ist. Wenn ein vereinbartes Budget überschritten würde oder eine Entscheidung andere Bereiche wesentlich betrifft, kann das ein guter Grund sein, sie gemeinsam einzuordnen.
Ebenso wichtig sind die tatsächlichen Möglichkeiten. Wer entscheiden soll, braucht die passenden Informationen und die erforderliche fachliche Befähigung. Auch Zeit und verfügbare Ressourcen spielen eine Rolle. Eine klare Zuständigkeit allein macht eine überlastete Person noch nicht handlungsfähig.
Was eine unklare Rolle mit der Zusammenarbeit machen kann
Wenn Mitarbeiter nicht wissen, woran sie gemessen werden oder ob ihre Befugnisse morgen noch gelten, kann das Unsicherheit erzeugen. Manche fragen lieber mehrfach nach. Andere schieben eine Entscheidung auf oder geben sie weiter. Wieder andere reagieren gereizt, wenn ihnen später vorgehalten wird, sie hätten nichts unternommen.
Hier möchte ich zunächst verstehen, in welchem Rahmen diese Menschen handeln sollen und was sie dort tatsächlich erleben.
Wer für ein Ergebnis verantwortlich gemacht wird, ohne die entscheidenden Voraussetzungen beeinflussen zu können, hat ein reales Problem. Das wird nicht dadurch gelöst, dass er gelassener mit seiner Rolle umgeht.
Umgekehrt erklärt ein unklarer Rahmen nicht jedes Versäumnis. Wenn Auftrag und Befugnisse geklärt sind, bleibt die Frage, ob jemand die Verantwortung tatsächlich wahrnimmt. Das lässt sich aber wesentlich fairer besprechen, wenn vorher klar war, was vereinbart ist.
Der Spielraum muss auch nach der Entscheidung gelten
Ob die Rollenklärung trägt, zeigt sich nicht nur im nächsten Gespräch über Zuständigkeiten. Es zeigt sich, wenn jemand innerhalb dieses Rahmens entscheidet.
Vielleicht hätte die Führungskraft einen anderen Weg gewählt. Die Entscheidung ist trotzdem fachlich vertretbar und hält die vereinbarten Grenzen ein. Kann sie dann bestehen bleiben?
Wenn du sie allein deshalb zurücknimmst, weil sie nicht deiner bevorzugten Lösung entspricht, wird dein Mitarbeiter beim nächsten Mal möglicherweise wieder fragen. Auf dem Papier darf er entscheiden. Im Alltag muss er offenbar doch herausfinden, welche Entscheidung du selbst getroffen hättest.
Das heißt nicht, dass du jedes Ergebnis gutheißen oder einen erkennbaren Fehler stehen lassen musst. Du kannst nachfragen, wie jemand abgewogen hat. Vielleicht fehlte eine wichtige Information. Vielleicht wurde eine Grenze überschritten. Vielleicht ist der Weg aber einfach anders, als du ihn gewählt hättest.
Diese Unterschiede zu erkennen gehört zur Führungsaufgabe. Wenn etwas korrigiert werden muss, braucht es einen nachvollziehbaren Grund. Falls sich die Rahmenbedingungen geändert haben, sollte auch das ausgesprochen werden. Sonst sieht eine notwendige neue Entscheidung für den Mitarbeiter womöglich wie eine nachträglich entzogene Befugnis aus.
Sicherheit entsteht auch durch deinen Umgang mit Unsicherheit
Hier kommt für mich die Selbstführung der Führungskraft ins Spiel. Was passiert in dir, wenn jemand deine Vorgabe hinterfragt, eine Schwierigkeit meldet oder anders entscheidet als erwartet?
Vielleicht möchtest du sofort eingreifen. Vielleicht ärgert dich die Rückfrage, weil du selbst unter Druck stehst. Wenn du das bei dir wahrnehmen kannst, wird eher möglich, die Situation genauer zu betrachten, bevor du reagierst.
Du musst dafür nicht immer ruhig sein oder auf jede Frage schon eine Antwort haben. Entscheidend ist auch, wie du mit deinem Druck umgehst und ob du Verantwortung für deine Reaktion übernimmst. Ein scharfer Ton lässt sich ansprechen und korrigieren. Eine ungeklärte Zuständigkeit lässt sich gemeinsam prüfen, statt sofort nach einem Schuldigen zu suchen.
Zur psychologischen Sicherheit im Team gehört, dass Menschen Fragen, Bedenken oder Fehler ansprechen können, ohne dafür beschämt oder abgewertet zu werden. Das ist mehr als das persönliche Sicherheitsgefühl einer Führungskraft. Es betrifft die Erfahrung, die Mitarbeiter miteinander und mit ihrer Führung machen.
Diese Offenheit hebt Anforderungen nicht auf. Über ein Versäumnis lässt sich klar sprechen und zugleich ernst nehmen, wenn jemand frühzeitig auf eine Schwierigkeit hinweist. Gerade diese Information kann nötig sein, damit überhaupt noch sinnvoll entschieden werden kann.
Beim nächsten stockenden Auftrag könnte dein erster Blick deshalb der offenen Entscheidung gelten: Wer hat den Auftrag, sie zu treffen? Was fehlt dieser Person noch? Vielleicht braucht es deine Entscheidung, weil mehrere Bereiche betroffen sind. Vielleicht reicht eine Information, und die zuständige Person kann selbst weiterarbeiten.
Wenn das geklärt ist, weiß das Team nicht nur, dass es Verantwortung übernehmen soll. Die Beteiligten wissen, was sie selbst entscheiden können, wann sie andere brauchen und worauf sie gemeinsam hinarbeiten. An der nächsten tatsächlichen Entscheidung zeigt sich dann, ob dieser Rahmen auch hält.
Im Meeting scheint alles besprochen. Die Aufgabe ist klar, der nächste Schritt eigentlich auch. Ein paar Tage später ist trotzdem nichts passiert. Einer wartet auf eine Freigabe. Die andere dachte, dass die Entscheidung längst bei jemand anderem liegt. Und du fragst dich als Führungskraft, warum wieder alles bei dir landet.
Vielleicht fehlt tatsächlich Verbindlichkeit. Aber bevor ich das einem Team unterstellen würde, möchte ich etwas anderes wissen: War für alle klar, wer diese Entscheidung treffen durfte?
Eine Aufgabe zu kennen und über sie entscheiden zu dürfen, sind unterschiedliche Dinge. Wenn Verantwortung erwartet wird, die nötigen Befugnisse aber unklar bleiben, kann Abwarten durchaus nachvollziehbar sein. Besonders dann, wenn Mitarbeiter schon erlebt haben, dass eigenständiges Handeln im Nachhinein doch nicht erwünscht war.
Dann hilft der Appell „Ihr müsst mehr Verantwortung übernehmen“ wenig. Es braucht einen Rahmen, in dem die Menschen verstehen, was ihr Auftrag ist, worauf ihre Arbeit hinwirken soll und wo sie selbst entscheiden können. Und eine Führung, auf deren Zusagen sie sich dabei verlassen können.
Eine Zuständigkeit beantwortet noch nicht jede Entscheidungsfrage
In meiner Arbeit ist die Klärung von Rollen und Verantwortlichkeiten deshalb ein wichtiger Ausgangspunkt. Wer hat welche Aufgabe? Wie greifen die Bereiche ineinander? Welche Informationen muss jemand beschaffen, welche weitergeben? Und wer entscheidet, wenn unterschiedliche Anforderungen aufeinandertreffen?
Eine Stellenbeschreibung oder ein Organigramm kann dabei helfen. Im Alltag zeigt sich aber, ob die Beteiligten darunter dasselbe verstehen.
Nehmen wir als Beispiel einen Kundenauftrag, dessen Termin sich nur halten lässt, wenn andere Arbeiten verschoben werden. Der Vertrieb möchte die Zusage einhalten. Die zuständige Fachabteilung hat bereits andere Aufträge eingeplant. Beide haben nachvollziehbare Ziele. Wer darf jetzt die Priorität ändern?
Wenn das nicht geklärt ist, kann jeder in seinem Bereich verantwortlich handeln und der Auftrag trotzdem stecken bleiben. Vielleicht werden E-Mails weitergeleitet oder mehrere Personen vorsorglich einbezogen. Es wird viel kommuniziert. Die Entscheidung ist damit noch nicht getroffen.
Hier fehlt nicht unbedingt Engagement. Es fehlt möglicherweise die Vereinbarung, wer die unterschiedlichen Anforderungen abwägt und mit welcher Befugnis diese Person handeln darf.
Manchmal sind die Zuständigkeiten auf dem Papier sogar eindeutig. Trotzdem bekommt jemand widersprüchliche Vorgaben von zwei Führungskräften. Dann braucht es eine Klärung zwischen diesen Führungskräften. Der Mitarbeiter kann diesen Widerspruch nicht allein durch mehr Eigeninitiative auflösen.
Menschen brauchen auch eine Richtung
Zu wissen, was zu einer Stelle gehört, reicht für viele Entscheidungen nicht aus. Mitarbeiter müssen auch verstehen, welchem Ziel ihre Arbeit dient und was im Zweifel Vorrang hat.
Soll im Beispiel vor allem der zugesagte Termin gehalten werden? Welche Qualitätsanforderungen sind verbindlich? Welche Auswirkungen auf andere Aufträge sind vertretbar? Ohne diese Orientierung bleibt selbst ein vorhandener Spielraum schwer nutzbar.
Für mich gehört es zur Führung, diesen Zusammenhang verständlich zu machen. Du koordinierst, wie die Aufgaben zusammenwirken, und unterstützt die Mitarbeiter dabei, ihren Beitrag einzuordnen. Du bleibst ansprechbar, ohne jede Entscheidung wieder an dich zu ziehen.
Das bedeutet nicht, jede Einzelheit vorab festzulegen. Ein tragfähiger Rahmen beschreibt auch, wann eine Rücksprache nötig ist. Wenn ein vereinbartes Budget überschritten würde oder eine Entscheidung andere Bereiche wesentlich betrifft, kann das ein guter Grund sein, sie gemeinsam einzuordnen.
Ebenso wichtig sind die tatsächlichen Möglichkeiten. Wer entscheiden soll, braucht die passenden Informationen und die erforderliche fachliche Befähigung. Auch Zeit und verfügbare Ressourcen spielen eine Rolle. Eine klare Zuständigkeit allein macht eine überlastete Person noch nicht handlungsfähig.
Was eine unklare Rolle mit der Zusammenarbeit machen kann
Wenn Mitarbeiter nicht wissen, woran sie gemessen werden oder ob ihre Befugnisse morgen noch gelten, kann das Unsicherheit erzeugen. Manche fragen lieber mehrfach nach. Andere schieben eine Entscheidung auf oder geben sie weiter. Wieder andere reagieren gereizt, wenn ihnen später vorgehalten wird, sie hätten nichts unternommen.
Hier möchte ich zunächst verstehen, in welchem Rahmen diese Menschen handeln sollen und was sie dort tatsächlich erleben.
Wer für ein Ergebnis verantwortlich gemacht wird, ohne die entscheidenden Voraussetzungen beeinflussen zu können, hat ein reales Problem. Das wird nicht dadurch gelöst, dass er gelassener mit seiner Rolle umgeht.
Umgekehrt erklärt ein unklarer Rahmen nicht jedes Versäumnis. Wenn Auftrag und Befugnisse geklärt sind, bleibt die Frage, ob jemand die Verantwortung tatsächlich wahrnimmt. Das lässt sich aber wesentlich fairer besprechen, wenn vorher klar war, was vereinbart ist.
Der Spielraum muss auch nach der Entscheidung gelten
Ob die Rollenklärung trägt, zeigt sich nicht nur im nächsten Gespräch über Zuständigkeiten. Es zeigt sich, wenn jemand innerhalb dieses Rahmens entscheidet.
Vielleicht hätte die Führungskraft einen anderen Weg gewählt. Die Entscheidung ist trotzdem fachlich vertretbar und hält die vereinbarten Grenzen ein. Kann sie dann bestehen bleiben?
Wenn du sie allein deshalb zurücknimmst, weil sie nicht deiner bevorzugten Lösung entspricht, wird dein Mitarbeiter beim nächsten Mal möglicherweise wieder fragen. Auf dem Papier darf er entscheiden. Im Alltag muss er offenbar doch herausfinden, welche Entscheidung du selbst getroffen hättest.
Das heißt nicht, dass du jedes Ergebnis gutheißen oder einen erkennbaren Fehler stehen lassen musst. Du kannst nachfragen, wie jemand abgewogen hat. Vielleicht fehlte eine wichtige Information. Vielleicht wurde eine Grenze überschritten. Vielleicht ist der Weg aber einfach anders, als du ihn gewählt hättest.
Diese Unterschiede zu erkennen gehört zur Führungsaufgabe. Wenn etwas korrigiert werden muss, braucht es einen nachvollziehbaren Grund. Falls sich die Rahmenbedingungen geändert haben, sollte auch das ausgesprochen werden. Sonst sieht eine notwendige neue Entscheidung für den Mitarbeiter womöglich wie eine nachträglich entzogene Befugnis aus.
Sicherheit entsteht auch durch deinen Umgang mit Unsicherheit
Hier kommt für mich die Selbstführung der Führungskraft ins Spiel. Was passiert in dir, wenn jemand deine Vorgabe hinterfragt, eine Schwierigkeit meldet oder anders entscheidet als erwartet?
Vielleicht möchtest du sofort eingreifen. Vielleicht ärgert dich die Rückfrage, weil du selbst unter Druck stehst. Wenn du das bei dir wahrnehmen kannst, wird eher möglich, die Situation genauer zu betrachten, bevor du reagierst.
Du musst dafür nicht immer ruhig sein oder auf jede Frage schon eine Antwort haben. Entscheidend ist auch, wie du mit deinem Druck umgehst und ob du Verantwortung für deine Reaktion übernimmst. Ein scharfer Ton lässt sich ansprechen und korrigieren. Eine ungeklärte Zuständigkeit lässt sich gemeinsam prüfen, statt sofort nach einem Schuldigen zu suchen.
Zur psychologischen Sicherheit im Team gehört, dass Menschen Fragen, Bedenken oder Fehler ansprechen können, ohne dafür beschämt oder abgewertet zu werden. Das ist mehr als das persönliche Sicherheitsgefühl einer Führungskraft. Es betrifft die Erfahrung, die Mitarbeiter miteinander und mit ihrer Führung machen.
Diese Offenheit hebt Anforderungen nicht auf. Über ein Versäumnis lässt sich klar sprechen und zugleich ernst nehmen, wenn jemand frühzeitig auf eine Schwierigkeit hinweist. Gerade diese Information kann nötig sein, damit überhaupt noch sinnvoll entschieden werden kann.
Beim nächsten stockenden Auftrag könnte dein erster Blick deshalb der offenen Entscheidung gelten: Wer hat den Auftrag, sie zu treffen? Was fehlt dieser Person noch? Vielleicht braucht es deine Entscheidung, weil mehrere Bereiche betroffen sind. Vielleicht reicht eine Information, und die zuständige Person kann selbst weiterarbeiten.
Wenn das geklärt ist, weiß das Team nicht nur, dass es Verantwortung übernehmen soll. Die Beteiligten wissen, was sie selbst entscheiden können, wann sie andere brauchen und worauf sie gemeinsam hinarbeiten. An der nächsten tatsächlichen Entscheidung zeigt sich dann, ob dieser Rahmen auch hält.









